Doch was, wenn der Glaube an grenzenlose Machbarkeit selbst zur Falle wird?
Wir alle tragen Ideen davon in uns, wie Veränderung funktioniert – wie Entwicklung „gehen sollte“, wie sich Erfolg einstellen muss, wenn wir nur genug wollen, planen und handeln.
Diese Überzeugungen sind Teil unserer modernen Denkweise – gespeist durch Erziehung, Leistungsideale und eine Kultur der Selbstoptimierung. Sie geben uns Hoffnung und Richtung. Doch sie haben einen blinden Fleck: das Unverfügbare.
Ein Beispiel:
Jemand glaubt: „Wenn ich mich nur genug anstrenge, wird sich alles verändern.“
Doch trotz aller Mühe bleiben manche Dinge starr: Beziehungen lösen sich nicht, Erfolge bleiben aus, die innere Leere wächst.
Nicht, weil zu wenig getan wurde – sondern weil nicht alles im Leben machbar ist.
Die Idee der Machbarkeit wird zur inneren Karte – doch die Landschaft des Lebens folgt anderen Gesetzen.
Philosophische Frage:
Wo endet unsere Gestaltungskraft – und wo beginnt die Kunst, das Geschehen zuzulassen?
Ist Entwicklung ein Akt des Willens – oder ein Raum des Geschehenlassens?

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